Au und Aue
Mainau, Soltau, Passau, Ramsau…. viele Ortsnamen im gesamten deutschsprachigen Raum tragen diese Endung. Au oder auch Aue bedeutet dabei im Altdeutschen soviel wie Land am oder im Wasser oder auch Insel.
Eine Au ist damit zunächst ein Mal eine feuchte und ebene Flusslandschaft, die in früheren Zeiten für eine Niederlassung bei Siedlern recht beliebt war. Was sich heutzutage gerade in den Ortsnamen widerspiegelt.
Die ursprüngliche Au ist also der tiefste Bereich eines Tales, der bei Hochwasser überflutet wird, eine natürliche Überschwemmungsfläche. Aufgrund des ständigen Wechsels von Überschwemmungen und Trockenzeiten ist die Au in ihrem Naturzustand ein sehr dynamischer Lebensraum mit unterschiedlichsten, wechselnden Standortbedingungen. Sie beherbergt auf engstem Raum eine große Vielfalt von Pflanzen und Tieren.
Ein Großteil der Auen wurde in den vergangenen Jahrhunderten jedoch stark verändert und der menschlichen Nutzung angepasst. Mit der Begradigung der Flussläufe, dem Bau von Deichen, der Abholzung der Auwälder und der Errichtung von Drainagen wurden die ursprünglich zu feuchten Flussauen ackerbaulich nutzbar gemacht.
Die jüngsten Hochwasserereignisse an Elbe, Donau, Oder und Rhein haben jedoch in dramatischer Weise erkennen lassen, dass die Auen als natürliche Retentionsräume zum Gewässer gehören. Denn begradigte Flüsse weisen weitaus weniger Überschwemmungsgebiete auf. Bei größerem Hochwasser kommt es dann zu unkontrollierten, unvorhersehbaren Überschwemmungen, von denen dann auch menschliche Siedlungen betroffen sind. In neuerer Zeit bemühen sich daher verschiedene Organisationen und Einrichtungen um den Erhalt und die Wiederbelebung der Auen als natürliche Überschwemmungsgebiete.